Speisekarte online stellen: PDF, Bild oder echte Seite?
Kurz beantwortet: Für die meisten Gasthäuser gehört die Speisekarte als normale Seite in die eigene Website. Dort ändern Sie einen Preis in zwei Minuten, die Karte liest sich auf dem Handy ohne Zoomen, und Google kann die einzelnen Gerichte überhaupt erfassen. Das PDF ist von den drei Wegen der schwächste, ein kostenpflichtiges Karten-Tool für die meisten Betriebe unnötig. Zwei Ausnahmen gibt es, sie stehen weiter unten.
Warum die PDF-Karte auf dem Handy scheitert
Stellen Sie sich den Gast vor, der abends um sieben noch im Auto sitzt. Er findet Ihre Website, tippt auf „Speisekarte“, und jetzt lädt eine Datei herunter: DIN A4, geöffnet auf einem Display von der Größe einer Postkarte. Er zoomt hinein, schiebt nach rechts, verliert die Zeile, sucht die Tageskarte. Nach zwanzig Sekunden ist die Entscheidung gefallen oder verloren.
Das zweite Problem merkt man erst nach ein paar Monaten. Um im PDF einen einzigen Preis zu ändern, braucht jemand die Originaldatei, das passende Layout-Programm und die Geduld, neu zu exportieren und hochzuladen. Genau deshalb passiert es nicht. Die Karte im Netz ist dann ein halbes Jahr alt, während im Lokal längst die neue liegt.
Was Google mit einer PDF-Karte macht
Hier wird oft übertrieben. Man liest gern, Google ignoriere PDFs. Das stimmt nicht: PDF-Dateien werden durchaus indexiert. Sie schneiden nur deutlich schlechter ab als eine normale Seite, und der Grund ist einfach.
Jemand sucht abends „Schnitzel“ zusammen mit Ihrem Ortsnamen, sagen wir Heppenheim. Damit Google Ihr Gasthaus anbieten kann, muss es das Gericht mit Ihrem Betrieb verbinden. Auf einer normalen Seite steht das Gericht als Text, unter einer Überschrift, auf einer Seite mit Titel und Adresse. In einem PDF steckt derselbe Text in einer separaten Datei ohne diese Zusammenhänge. Ihre Gerichte sind Ihre Suchbegriffe, und im PDF liegen sie in der hintersten Schublade.
Die drei Wege im Vergleich
In der Praxis gibt es vier Varianten, wie eine Karte online landet. So schlagen sie sich in den drei Punkten, die im Alltag zählen:
| Weg | Preis ändern | Auf dem Handy | Bei Google |
|---|---|---|---|
| PDF zum Herunterladen | Layout-Programm, neu exportieren, hochladen | Zoomen und schieben | wird geladen, passt aber selten zur Suche |
| Foto der gedruckten Karte | neu fotografieren | unscharf, sobald man vergrößert | der Text ist ein Bild und bleibt unlesbar |
| Eigene Seite in der Website | Text ändern, speichern, fertig | liest sich wie jede andere Seite | jedes Gericht steht als Text |
| Externes Karten-Tool | im Tool ändern | meist ordentlich | liegt oft auf der Domain des Anbieters |
Der letzte Punkt in der unteren Zeile ist der, den man leicht übersieht: Liegt die Karte auf der Adresse eines Anbieters, arbeitet die Sichtbarkeit für dessen Portal mit, nicht nur für Sie.
Wann ein PDF völlig in Ordnung ist
Es gibt Betriebe, für die das alles nicht gilt, und die sollen hier ehrlich vorkommen. Wenn Ihre Karte zweimal im Jahr wechselt, es keine Tageskarte und keinen Mittagstisch gibt und realistisch niemand im Haus je eine Website anfassen wird, dann ist ein PDF gut genug. Ein Abo für ein Karten-Tool wäre dann Geld, das Sie besser in Fotos vom Gastraum stecken.
Wen das nicht beschreibt: jeden mit wechselnden Tagesgerichten, mit Saisonkarte, mit Mittagstisch, mit Feiertagsöffnungszeiten. Also die meisten. Bei denen kostet die bequeme Lösung jeden Monat ein bisschen Umsatz, nur unsichtbar.
Wer die Karte pflegt, entscheidet mehr als die Technik
Vor der Technikfrage steht eine andere, die in keinem Vergleich auftaucht: Wer ändert am Dienstagnachmittag zwischen Mittag und Abend den Mittagstisch? In vielen Betrieben ist das nicht der Inhaber, sondern jemand aus dem Service oder aus der Familie. Das beste System ist deshalb nicht das mit den meisten Funktionen, sondern das, was diese eine Person ohne Anleitung bedienen kann.
Die Probe ist einfach: Lassen Sie die Person, die es später machen soll, vor der Entscheidung einmal einen Preis ändern. Klappt das in zwei Minuten ohne Rückfrage, ist die Lösung richtig. Braucht es ein Telefonat, ist die Karte in einem Jahr wieder veraltet, egal wie gut die Technik war.
Wie das gebaut aussieht, können Sie sich ansehen: Im Gastronomie-Konzept „Zum Schebbe Balke“ liegt die Karte als normale Seite in der Website, mit Tageskarte und Preisen, auf dem Handy getestet. Der Betrieb ist frei erfunden, die Technik dahinter ist echt. Was sonst noch auf eine Gasthaus-Website gehört, steht auf der Seite zu Websites für Gasthaus und Restaurant.
Häufige Fragen
Brauche ich ein eigenes Programm für die digitale Speisekarte?
Für die meisten Gasthäuser nicht. Eine normale Seite in der eigenen Website kann alles, was eine Karte braucht. Ein eigenes Karten-Tool lohnt sich, wenn Sie mehrere Standorte pflegen, die Karte in mehreren Sprachen brauchen oder direkt darüber bestellt werden soll. Sonst zahlen Sie monatlich für etwas, das Ihre Website bereits kann.
Ist der QR-Code auf dem Tisch nicht dasselbe?
Nein, der löst ein anderes Problem. Der QR-Code am Tisch ersetzt die gedruckte Karte im Lokal und erreicht nur Gäste, die schon da sind. Die Karte auf der Website erreicht die Leute, die noch entscheiden, ob sie überhaupt kommen. Am saubersten ist es, wenn der QR-Code auf genau dieselbe Seite zeigt: dann pflegen Sie eine Karte statt zwei.
Muss ich Allergene und Zusatzstoffe online angeben?
Bei loser Ware, also allem, was Sie im Lokal frisch auf den Teller geben, ist in Deutschland auch eine mündliche Auskunft zulässig, solange schriftlich darauf hingewiesen wird und die Angaben im Betrieb dokumentiert sind. Sobald über die Seite bestellt oder vorbestellt werden kann, wird es strenger. Das ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung: Maßgeblich sind die Lebensmittelinformationsverordnung und die deutsche Durchführungsverordnung, im Zweifel fragen Sie Ihre zuständige Lebensmittelüberwachung.
Wie oft sollte ich die Karte aktualisieren?
So oft, wie sie sich tatsächlich ändert. Eine seit Monaten veraltete Karte mit falschen Preisen richtet mehr Schaden an als gar keine, weil der Gast den Unterschied spätestens am Tisch merkt. Wenn regelmäßiges Pflegen im Alltag unrealistisch ist, zeigen Sie lieber die Dauerkarte ohne Tagesgerichte und verweisen für den Rest auf einen Anruf.