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Was muss ich vorbereiten, bevor die Website gebaut wird?

Von Phillipp Tugend, Webdesigner in Rimbach · 30. August 2026

Kurz beantwortet: Vier Dinge sollten bereitliegen, bevor gebaut wird. Stichpunkte zu Ihrem Angebot, eigene Fotos, die Zugänge zu Domain und Postfach, und die Pflichtangaben fürs Impressum. Fertige Texte gehören ausdrücklich nicht dazu. Wer diese vier Punkte vor dem ersten Termin beisammen hat, verkürzt das Projekt um Wochen.

Texte: Stichpunkte reichen, fertige Sätze nicht nötig

Der häufigste Grund, warum ein Website-Projekt monatelang liegen bleibt, ist immer derselbe: Der Betrieb wartet darauf, „die Texte fertig zu machen“. Dafür braucht es einen ruhigen Abend, und der kommt nicht, weil abends die Buchhaltung liegen bleibt oder das Telefon klingelt.

Deshalb vorweg: Ich brauche Ihr Wissen, nicht Ihre Formulierungen. Was wirklich hilft, sind drei Antworten in Stichpunkten, gern auch als Sprachnachricht:

  • Was Sie anbieten – in Ihren Worten, so wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden.
  • Für wen – Privatkunden, Betriebe, beides? Und aus welchem Umkreis?
  • Was Sie anders machen als der Betrieb zwei Orte weiter. Das ist die schwerste Frage und die wichtigste.

Formulieren ist mein Teil der Arbeit. Was ich von Ihnen ausdrücklich nicht brauche: druckreife Sätze, Suchmaschinentexte oder eine „Über uns“-Seite in der dritten Person.

Fotos: das eigentliche Nadelöhr

Texte kann ich schreiben, Fotos nicht erfinden. Ein Betrieb ohne eigenes Bildmaterial bekommt am Ende entweder gekaufte Symbolbilder, die auf tausend anderen Seiten genauso stehen, oder eine Website ohne Gesicht. Beides schwächt genau den Vorteil, den ein kleiner Betrieb gegenüber einer Kette hat.

Der Anspruch ist dabei niedriger, als die meisten denken. Handybilder bei Tageslicht genügen, und sie wirken oft ehrlicher als ein Fotoshooting. Nützlich sind drei Sorten: ein Bild von Ihnen oder dem Team, drei bis fünf echte Arbeiten oder Produkte, und eine Aufnahme von Werkstatt, Laden oder Gastraum.

Was nicht geht: Bilder aus der Google-Suche, Herstellerfotos ohne schriftliche Freigabe und Aufnahmen von Kundenobjekten, ohne den Kunden gefragt zu haben. Das ist kein Formalismus, sondern der Punkt, an dem aus einer günstigen Website eine teure Abmahnung wird.

Zugänge: der Punkt, der Projekte wirklich aufhält

Kein Teil eines Website-Projekts kostet so verlässlich Zeit wie fehlende Zugangsdaten. Vier Dinge sollten Sie klären, bevor es losgeht:

  • Domain: Wo ist sie registriert, und wer hat die Zugangsdaten?
  • E-Mail-Postfach: Läuft es beim selben Anbieter? Soll es umziehen oder bleiben?
  • Google-Unternehmensprofil: Existiert es, und wer hat Zugriff? Wie Sie es einrichten oder übernehmen, steht im Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.
  • Alter Hoster: Falls schon eine Seite existiert, wer betreut sie und bis wann läuft der Vertrag?

Der klassische Fall: Die Domain hat vor Jahren ein Bekannter oder eine frühere Agentur registriert, und niemand weiß mehr, auf welchen Namen. Wenn diese Person nicht reagiert, steht das Projekt still, egal wie fertig alles andere ist. Ein Blick in die Kontoauszüge nach einer kleinen Jahresgebühr führt meist zum Anbieter.

Die Pflichtangaben fürs Impressum

Diese Angaben braucht jede geschäftliche Website, und sie liegen bei Ihnen, nicht bei mir: vollständiger Name und Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, die Rechtsform, bei eingetragenen Betrieben Handelsregister und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Im Handwerk kommen die zuständige Kammer und die genaue Berufsbezeichnung dazu, bei Kleinunternehmern der Hinweis nach § 19 Umsatzsteuergesetz.

Das ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Welche Angaben in Ihrem Fall genau nötig sind, hängt von Rechtsform und Gewerbe ab; im Zweifel klärt das Ihre Kammer oder Ihr Steuerberater in fünf Minuten.

Die eine Entscheidung, die niemand für Sie treffen kann

Bleibt der Punkt, den kein Dienstleister übernehmen kann: Wofür ist die Seite eigentlich da? Soll das Telefon öfter klingeln? Sollen Anfragen schriftlich und mit Fotos kommen, damit Sie sie kalkulieren können? Sollen sich Leute bewerben? Sollen Gäste reservieren?

Das klingt nach einer Formalie, entscheidet aber über den ganzen Aufbau. Eine Seite, die alles gleich wichtig nimmt, bringt von allem wenig, weil jeder Besucher vier gleich große Schaltflächen sieht und keine davon drückt. Sagen Sie mir, was passieren soll, und der Rest der Seite ordnet sich danach.

Zum Abhaken vor dem ersten Termin

  • Stichpunkte zu Angebot, Zielgruppe und dem, was Sie anders machen
  • Fotos: Sie oder das Team, drei bis fünf Arbeiten, Werkstatt oder Laden
  • Domain: Anbieter und Zugangsdaten geklärt
  • E-Mail: Wo liegt das Postfach, soll es umziehen?
  • Google-Profil: vorhanden, und Sie haben Zugriff
  • Pflichtangaben: Anschrift, Rechtsform, Kammer, Steuernummer
  • Ziel: Was soll ein Besucher tun? Eine Antwort, nicht vier

Wenn davon etwas fehlt, ist das kein Hindernis für ein Erstgespräch. Es ist nur der Unterschied zwischen einer Website in drei Wochen und einer in drei Monaten. Was das Ganze kostet, steht im Ratgeber zu den Website-Kosten für kleine Unternehmen; wenn Sie es lieber besprechen, geht das im kostenlosen Erstgespräch.

Häufige Fragen

Muss ich die Texte selbst schreiben?

Nein. Ich brauche Ihr Wissen, nicht Ihre Formulierungen. Stichpunkte, eine Sprachnachricht oder ein Gespräch reichen völlig. Fertige Sätze zu verlangen ist der häufigste Grund, warum Website-Projekte monatelang liegen bleiben: Der Betrieb wartet auf einen freien Abend, der nie kommt.

Was mache ich, wenn ich keine guten Fotos habe?

Handybilder bei Tageslicht sind besser als jedes gekaufte Symbolbild, weil man Ihrem Betrieb ansieht, dass er echt ist. Wenn gar nichts da ist, geht die Seite zuerst ohne Fotos live und wird später ergänzt; Typografie und Aufbau tragen ein Design auch ohne Bilder. Was nicht geht: Bilder aus der Google-Suche oder Herstellerfotos ohne schriftliche Freigabe.

Ich weiß nicht, wer meine Domain verwaltet. Was nun?

Das ist häufiger, als Sie denken, und es ist der Punkt, der Projekte am zuverlässigsten verzögert. Ein Blick in die Kontoauszüge hilft meist weiter: Irgendwo geht eine kleine Jahresgebühr an einen Anbieter ab. Sonst lässt sich über eine WHOIS-Abfrage der Registrar ermitteln. Klären Sie das früh, nicht am Tag vor dem geplanten Start.

Wie lange dauert es, wenn ich alles zusammen habe?

Bei einer One-Pager-Website mit vollständigen Unterlagen sind zwei bis drei Wochen realistisch, bei mehrseitigen Projekten entsprechend länger. Der Bau selbst ist selten das Problem. Fast jede Verzögerung entsteht beim Warten auf Texte, Fotos oder Zugänge, also genau bei den vier Punkten in diesem Artikel.

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